11.10.2016

Facebook führt eigenen Marktplatz ein

Pro Monat nutzen rund 450 Millionen Menschen Facebook-Gruppen für private Ver- und Ankäufe. Facebook hat sein E-Commerce-Potential längst erkannt und bereits 2007 einen eigenen Kleinanzeigen-Marktplatz eingeführt. Zwei Jahre später wurde dieser jedoch an die E-Commerce-Firma Oodle verkauft. Nun startet Facebook mit seinem „Marketplace“ einen neuen Versuch, seine Handelsfunktion auszubauen.

Der neue Online-Marktplatz ist zunächst in den USA, Großbritannien, Australien und Neuseeland verfügbar und über die Facebook-App erreichbar. Der Zugang zum Marktplatz wird durch ein Icon ermöglicht, das sich nun statt der Verknüpfung zum Facebook-Messenger am unteren Rand der App befindet. Wählt man dieses an, werden Fotos von Angeboten aus der Nähe angezeigt. Diese müssen angeklickt werden, um detaillierte Informationen zu Produkt und Verkäufer zu erhalten. Interessante Angebote können gespeichert werden, um zu einem späteren Zeitpunkt über den Kauf zu entscheiden. Darüberhinaus ist eine Suchfunktion verfügbar. Damit können Produkte z.B. hinsichtlich Preis oder Standort gefiltert werden, um das Auffinden spezieller Artikel zu erleichtern. Zusätzlich kann der User das Angebot in Bezug auf Kategorien, wie beispielsweise „Elektronik“, filtern.

Anders als die großen Konkurrenten in diesem Bereich – eBay und Amazon – will Facebook für seinen Marktplatz keine Gebühren nehmen und seinen Usern die ganze Transaktion selbst überlassen. Ein Kaufbutton existiert nicht. Bei Interesse muss der User dem Anbieter eine private Nachricht schicken und ein Gebot abgeben. Sowohl die Zahlungsabwicklung als auch die Logistik müssen die User selbst übernehmen. Facebook besteht lediglich darauf, dass korrekte Namen verwendet und keine illegalen Artikel wie z.B. Drogen verkauft werden. Außerdem wird dem Interessenten der Standort des Verkäufers angezeigt und seit wann dieser Facebook nutzt.

 

Wie funktioniert es?

Wer über den Facebook Marktplatz verkaufen will, muss lediglich ein paar einfache Schritte ausführen: Zunächst wird ein Foto des Artikels aufgenommen und hochgeladen. Anschließend muss der User dem Produkt einen Namen, eine Beschreibung, eine Kategorie und einen Preis zuweisen. Daraufhin muss noch der Standort des Users bestätigt werden und schon kann das Angebot online gehen.

Mit der Einführung von Marketplace unternimmt Facebook einen weiteren Schritt zur Kundenbindung. Aufgrund der Verkaufsmethode ist der Marktplatz vorerst weniger für gewerbliches Handeln geeignet. Allerdings hat Facebook in einem anderen Projekt bereits mit Kauf-Buttons experimentiert, sodass eine Ausweitung der Funktionen durchaus möglich ist. Nach erfolgreichen Tests soll der Marktplatz zudem in weiteren Ländern zur Verfügung stehen und auch eine Desktop-Version ist in Planung.

 

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