16.11.2016 von Benjamin Kircher

Instagram erprobt erstmalig neue Shopping-Funktion

Seit Anfang November 2016 testet der Online-Dienst „Instagram“ erstmalig in den USA mit 20 ausgewählten Marken eine neue Shopping-Funktion, die zukünftig Follower zu Käufern machen soll. Mit dieser Neuerung könnte die Plattform das Shopping-Erlebnis potenzieller Kunden deutlich verbessern und somit den Trend des Social-Commerce, also dem Verkaufen von Produkten mithilfe von sozialen Netzwerken, in der großen Masse etablieren.

 

INSTAGRAM IN ZAHLEN

Der Erfolg von Instagram ist nicht zu leugnen, weltweit nutzen im Jahre 2016 laut aktuellen Zahlen 500 Millionen aktive User mindestens 1x im Monat die Plattform, davon sogar 300 Millionen täglich, dabei kommen 80 % der “Instagrammer” außerhalb der USA. Die Community hat sich damit in den letzten zwei Jahren nahezu verdoppelt. Auch in Deutschland stiegen die aktiven Nutzerzahlen auf knapp neun Millionen an. Darüberhinaus werden mehr als 95 Millionen Posts am Tag veröffentlicht, die mehr als 4 Milliarden Likes erhalten. Damit sprechen die Zahlen ganz klar für sich: Instagram ist für Unternehmen aufgrund der großen Reichweite enorm attraktiv und die Möglichkeiten sowie die Potentiale des Dienstes sind damit mehr als ausgezeichnet!

Genau deshalb nutzen schon heute mehr als eine halbe Million Werbetreibende die Plattform, um ihre Produkte zu verkaufen. Allerdings war es bisher schwierig für Unternehmen daraus wirklich Kapital schlagen zu können, da bislang die Betrachter der Werbung teilweise länger als einen Tag brauchen, um sich schlussendlich für ein Produkt zu entscheiden. Lediglich 21 % der Käufe werden innerhalb eines Tages abgewickelt, so eine intern durchgeführte Studie von Instagram.

 

DIE NEUE FUNKTION

Dies soll sich nun mithilfe der neuen Shopping-Funktion ändern! Werbeanzeigen werden mit dem „Tap to view“ Button in der linken unteren Ecke erweitert. Einmal angetippt, hilft dieser, dem User direkt auf der Plattform weitere Informationen zu den einzelnen Produkten wie beispielsweise Preise oder weitere Bilder anzuzeigen. Dabei können bis zu fünf verschiedene Produkte ausführlich veranschaulicht werden. Wenn man daraufhin eines der Produkte auswählt, gelangt man auf eine entsprechende Detailseite mit weiteren produktspezifischen Informationen. Sollte man sich danach für das Produkt entschieden haben, kann man mithilfe des „Shop Now“ Links in diesem Fenster auf die Produktseite des Händlers gelangen, wo man letztendlich das Produkt bestellen kann. Erst zu diesem Zeitpunkt verlässt man die Plattform Instagram. Kunden können so dort die Produkte kaufen, wo sie sich ihre Inspiration holen, ohne dabei eine App des Herstellers oder ähnliches nutzen zu müssen.

Die Plattform erhofft sich damit eine frühe Begleitung entlang der Customer Journey und möchte den Kunden unterm Strich dazu bewegen, eine schnellere Kaufentscheidung zu fällen. Ein weiterer schöner Nebeneffekt davon ist sicherlich auch, dass so die Verweildauer der Nutzer auf Instagram deutlich erhöht werden kann. Zugang zu diesem frühen Test hat aktuell lediglich eine selektierte Gruppe von iOS Benutzern, die diese Funktion in 20 ausgewählten amerikanischen Online-Shops, darunter unter anderem Marken wie Abercrombie & Fitch, Macy’s, Levi’s und Michael Kors, testen können.

Damit versucht das Unternehmen aktiv in den Markt des Social-Commerce vorzutreten. Ähnliche Ideen haben bereits andere Netzwerke wie Facebook und Pinterest versucht umzusetzen, allerdings bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Konzepte für andere Länder und Marken gibt es derzeit nicht, dennoch ist davon auszugehen, sollte dieser Test erfolgreich verlaufen, dass diese Funktion in naher Zukunft schon bald weltweit verfügbar sein wird. Zu diesem Zeitpunkt liegen für Deutschland jedoch noch keine konkreten Pläne vor, man darf also gespannt sein, wie der aktuelle Test verlaufen wird!

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